Was echter Genuss ist, wusste schon unser Ururgroßvater Gottlieb Schultheiß.

Der unwiderstehliche Duft eines ofenfrischen Brotes, rösch gebacken und mit saftiger Krume, brachte unseren Ururgroßvater als jungen Mann dazu, Bäcker zu werden. Was er damals nicht ahnte: Er legte damit den Grundstein für eine inzwischen mehr als 130 Jahre währende Bäckertradition in unserer Familie.

1886 erfüllte sich Gottlieb Schultheiß mit einer eigenen Bäckerei im schwäbischen Murrhardt einen Traum: die erste „Bäckerei Schultheiss“. Schon bald stieg auch sein Sohn Friedrich – unser Urgroßvater – in die Fußstapfen seines Vaters. Er war es auch, der die stadtbäckerei schultheiss schließlich nach Esslingen brachte: Bereits als Bäckergeselle hatte er sich so sehr in das Städtchen verliebt, dass er hier 1909 mit einer eigenen Backstube sesshaft wurde. Mit Erfolg, denn es dauerte nicht lange, bis die stadtbäckerei schultheiss zu einer beliebten Anlaufstelle für zahlreiche Esslinger wurde, die die gute Qualität der Schultheiss’schen Backwaren zu schätzen wussten.

Dem Krieg und den Nachkriegswirren trotzte die stadtbäckerei schultheiss erfolgreich und ab 1946 stellte Friedrichs Sohn Otto – unser Großvater – den Fortbestand der Traditionsbäckerei sicher: Zusammen mit seiner Frau Lore begann er die Bäckerei im Sinne seines Vaters auszubauen. 1956 eröffneten sie am Esslinger Rathausplatz die erste Filiale der stadtbäckerei schultheiss. Weitere Filialen folgten, zunächst in der Esslinger Innenstadt, später auch in Plochingen und der Parksiedlung.

Mit Johannes und Wolfgang Schultheiß stiegen Ende der 60er Jahre zwei der sechs Kinder Ottos und Lores in den väterlichen Betrieb ein und gaben dem Familienunternehmen mit neuen Ideen zusätzlichen Aufschwung. Insbesondere die Einführung reiner Dinkelprodukte bescherte der stadtbäckerei schultheiss Anfang der 90er Jahre eine Sonderstellung unter den Esslinger Bäckern. Gemeinsam mit der Universität Hohenheim war es gelungen, den Ur-Dinkel Oberkulmer Rotkorn, der zuvor als quasi ausgestorben galt, zu rekultivieren. Lange bevor der Hype auf Dinkelprodukte in den deutschen Brotregalen begann, hatte die stadtbäckerei schultheiss bereits ein breites Sortiment an Dinkelprodukten zu bieten, angefangen beim Dinkel-Vollkornbrot bis zur Dinkel-Plunder.

Johannes und Wolfgang Schultheiß waren es auch, die den Ausbau der Bäckerei zu ihrer heutigen Größe maßgeblich vorantrieben. Weil die Backstube in der Esslinger Kiesstraße inzwischen zu klein geworden war, wurde 1993 die neue Backstube in Ostfildern-Nellingen eingeweiht. Zu dieser Zeit gehörten neun Filialen zum Unternehmen. Durch viel unternehmerisches Geschick und das klare Bekenntnis zu echter Handwerksqualität konnte die stadtbäckerei schultheiss in den folgenden Jahren kontinuierlich ausgebaut werden.

Heute gehören 24 Filialen zum Familienbetrieb. Und wie schon 1886 ist die Leidenschaft für Brot nach wie vor ein gelebtes Element unserer Familien- und Unternehmensphilosophie. Bezeichnend dafür ist, dass die stadtbäckerei schultheiss inzwischen in fünfter Generation geführt wird: Mit Christian und Frank Schultheiß sichern die jüngsten Söhne von Wolfgang und Johannes seit 2016 den Fortbestand der Traditionsbäckerei.